Lachs auf Linsen, sehr lecker

Linsen mag ich sehr. Vielleicht ist das die Erinnerung an die deftigen Linseneintöpfe meiner Jugend. Als ich Anfang 20 war hatte ich eine Freundin, bei deren Eltern es am Samstag immer Linseneintopf gab, immer. Zarte Vorstöße den Speiseplan vielleicht etwas weniger durchsichtig zu gestalten wurden mit der Bemerkung abgetan, dass es schon immer Samstags Linsen gab, Basta! Nun ja, zur Ehrenrettung meiner Beinaheschwiegermutter sei angemerkt, dass ihr Linseneintopf wirklich gut war.

Diesen klassischen Linseneintopf meiner Jungend habe ich schon lange nicht mehr gegessen, aber dafür Linsen in allen möglichen Variationen. Als Salat, Püree, mit Spätzle oder auch gerne mit Fisch.

Im Blog der Zeit sah ich den Artikel Lachs auf Linsensuppe, wobei das Rezept aus dem Kochbuch „Das Familienessen“ von Ferran Adrià stammen soll. Ich mag Adrià nicht wirklich, da ich ihn nur mit Molekularküche identifiziere und ich diese alles andere als notwendig finde. Erst versuche ich mich gut und ohne die ganzen Zusatzstoffe der Lebensmittelindustrie zu ernähren, um mir das ganze Zeug dann mit Molekularküche geballt reinzuziehen? Nix für mich. Allerdings ist das ein Urteil was sich nur auf dem gründet, was ich über Ferran Adrià gelesen habe, denn gegessen habe ich bei ihm nie.

Lustig fand ich die „Weitere Artikelinformation“ zu dem Buch, die sich bei Amazon so liest:

Jeden Tag um 17:20 Uhr unterbricht die Belegschaft des elBulli ihre Arbeit, räumt die Arbeitsplatten frei, deckt sie ein und setzt sich zusammen zum Essen. Diese „Familienessen“ bestehen aus drei Gängen, in der Regel einfache Gerichte wie Fischsuppe, Salat oder gegrilltes Hühnchen. Es ist der Zeitpunkt des Tages, an dem das Team innehält und sich sammelt, bevor es in den stressigen Abend geht. Für Ferran Adrià ein ganz entscheidender Moment. 31 dieser Menüs versammelt nun das Kochbuch „Das Familienessen“. Mit einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitungen zeigt Adrià, wie man jeden Tag ein leckeres und ausgewogenes Menü zubereiten kann. Auch für größere Runden und für kleines Geld – denn gutes Essen muss nicht teuer sein! Das Familienessen bietet eine Sammlung von einfach nachvollziehbaren Rezepten, aber auch Einblick in ein besonderes Ritual eines der innovativsten Restaurants der Welt.

Wenn ich es richtig verstehe wurden also die Mitarbeiter mit „gutem Essen“ dazu noch „für kleines Geld“ versorgt, während die Gäste für viel Geld mit allen möglichen künstlichen Stoffen vollgestopft wurden. Verkehrte Welt!

Aber sei´s drum. Wegen meiner Liebe zu Linsen und einem Reststück Lachs, das nur für eine Person reichte, hab ich es eben mal nachgekocht. Die Mengenangaben stammen aus dem Artikel in der Zeit, stimmten bei mir aber nicht. Ich hatten nur ein kleine Stück Lachs und hab mich wie meistens nicht so genau an die Mengenangaben gehalten sondern meinem Geschmack vertraut.

Zutatenliste für 2 Personen
300 g Lachsfilet
400 ml Fischfond
150 g kleine Linsen
3 Kirschtomaten
2 Schalotten
2 Knoblauchzehen
5 Stängel Petersilie
10 Haselnüsse
Olivenöl
Thymian, Rosmarin,
Lorbeerblatt, Salz
und was du zum abschmecken
sonst noch so brauchst

Die Linsen zuerst aufsetzen, da sie am längsten brauchen. Alles andere geht fix. Ich hatte noch einen Rest Puy-Linsen die zum einen schnell gegart sind und zum anderen wegen ihres nussigen Geschmacks prima passen:

Während die Linsen kochen, wird das Haselnusspesto vorbereitet. Da ich aus der Weihnachts-bäckerei noch gehackte Haselnüsse hatte, kamen die in die Pfanne und wurden angeröstet. Mit den Blättern der Petersilie, einer Knoblauchzehe und Olivenöl zu einem Pesto verarbeiten. Das kannst du mit dem Mörser machen oder mit dem Stabmixer.

Eine Knoblauchzehe und zwei Schalotten schälen, und so klein schneiden wie du es hinbekommst. Ich würde vom Stabmixer abraten, da ich meine, dass das Zwiebeln nicht guttut. Ich finde sie werden bitter. Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Knoblauch-Zwiebel Mischung anschwitzen. Die Masse soll nur leicht bräunen, also nur mittlere Hitze. Etwas Thymian und Rosmarin, ein Lorbeerblatt und einen Teelöffel Tomatenmark dazugeben noch etwas weiter anschwitzen. Bevor dir das alles in der Pfanne anhängt, die Kirschtomaten klein hacken und dann dazugeben. Da ich es grässlich finde, auf der Haut von Tomaten rumzukauen hab ich sie vorher überbrüht und enthäutet. Noch etwas köcheln lassen, bis die Feuchtigkeit der Tomaten verdunstet ist. Jetzt kannst du mit Fischfond ablöschen. Ich hab nicht ganz so viel genommen wie im Rezept angegeben, da ich es nicht zu suppig wollte.  Die inzwischen fertigen Linsen dazu geben, ein Esslöffel Haselnusspesto (bei mir was etwas mehr) dazugeben und zehn Minuten auf kleiner Hitze köcheln lassen. Jetzt kommt der Kreativteil: Abschmecken. Salz braucht es mit Sicherheit, bei mir etwas Piment d`Espelette und ein wenig guten Balsamico. Noch ein wenig Fond nachgießen? Kann sein.

Wenn du beim probieren denkst, dass das was da in der Pfanne ist richtig lecker ist, dann einfach die Würfel von dem enthäuteten Lachsfilet auf die Linsen setzen, eine Minute ziehen lassen, umdrehen noch mal eine Minute und das wars. Bei anrichten noch einen ordentlichen Klacks von dem Haselnusspesto draufgeben und ich garantiere dir, dass bestimmt nichts überbleibt!

4 Comments
  • Zuzana Horvat
    Dezember 3, 2013

    Danke für das Rezept.Habe ich schon ausprobiert und war sehr begeistert! Schmeckt wirklich toll-:))

  • Gerrit
    September 2, 2013

    Super lecker! Koche ich sehr gerne

  • cheftatze
    Juni 19, 2012

    Wow, das Rezept hört sich super an ! Leider hat meine Familie in der letzten Woche zu oft Linsen gegessen (1 Mal um genau zu sein, da ist das Limit schon erreicht bei uns… :/ ). Aber ich speicher mir dein Rezept für später !

    Schicker Blog übrigens

    • Thomas Keller
      Juni 27, 2012

      Danke für das Lob. Unbedingt mal ausprobieren. Ich war selbst auch sehr angetan.

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